Pressemitteilung

Fédération Internationale de Football Association

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Montag 01 Juni 2026, 16:00

FIFA-Projekt für die Gesundheit, das Wohlbefinden und die Leistung von Frauen um Forschung und Wissensaufbau für Athletinnen voranzutreiben

  • FIFA-Initiative bietet wissenschaftlich fundiertes Fachwissen, das speziell auf die Vorbereitung und Förderung von Sportlerinnen zugeschnitten ist

  • 30 Module zu 13 Themen sind online verfügbar und bieten massgeschneiderte Inhalte für ein breites Publikum – von der allgemeinen Öffentlichkeit über Fachexperten aus dem Sport bis zu den 211 FIFA‑Mitgliedsverbänden sollen davon profitieren

  • Bisherige Forschung zu Trainingsmethoden basiert überwiegend auf Studien mit männlichen Athleten; die neue Initiative richtet den Fokus auf die spezifischen Bedürfnisse von Athletinnen

Angesichts des rasanten weltweiten Wachstums des Frauenfussballs in den letzten Jahren ist es von zentraler Bedeutung, die gesundheitlichen und leistungsbezogenen Anforderungen der Spielerinnen systematisch zu erfassen und zu berücksichtigen. Viele Athletinnen haben jedoch keinen Zugang zu den für Leistung und Entwicklung relevanten wissenschaftlichen Daten. Die FIFA hat deshalb das wegweisende FIFA‑Projekt für die Gesundheit, das Wohlbefinden und die Leistung von Frauen eingeführt, um diese Lücke zu schliessen. Im Rahmen einer Studie, in der zwischen 2014 und 2020 insgesamt 5261 Forschungsartikel analysiert wurden, zeigte sich, dass nur 34 % der Studienteilnehmer Frauen waren und lediglich 6 % der sportwissenschaftlichen Studien sich ausschliesslich auf Frauen konzentrierten. Das bedeutet, dass Fussballerinnen und Athletinnen aus anderer Sportarten auf Trainingsmethoden, Belastungsniveaus und Regenerationsmassnahmen zurückgreifen, die auf Forschungsergebnissen beruhen, welche ihre physiologischen Eigenschaften nicht berücksichtigen. Dies kann unter anderem die Effizienz des Trainings beeinträchtigen und das Verletzungsrisiko erhöhen.

Deshalb ist es umso wichtiger, im Vorfeld der zehnten Ausgabe der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft™, die im kommenden Jahr in Brasilien stattfindet, diese Wissenslücke zu schliessen. Die FIFA erkennt den Bedarf an fundierten, frauenspezifischen Forschungsergebnissen und -daten an und erprobt stetig neue Wege, um Spielerinnen, Trainer und Trainerinnen sowie Angestellte auf allen Ebenen des Frauenfussballs zu unterstützen. Im Vorfeld der FIFA Frauen‑Weltmeisterschaft 2023™, bei der erstmals 32 Mannschaften an den Start gingen, bot die FIFA im Rahmen eines Pilotprojekts spezialisierte Trainingsprogramme an, von denen 10 Nationalmannschaften profitierten. Mit der Einführung des FIFA‑Projekts für die Gesundheit, das Wohlbefinden und die Leistung von Frauen haben nun alle 211 Mitgliedsverbände der FIFA Zugang zu über 13 massgeschneiderten Schulungsmodulen mit spezialisierten, wissenschaftlich geprüften Informationen.

„Das Ziel der FIFA ist es, das Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit aller Fussballerinnen zu steigern und das Fachwissen im Frauen‑ und Mädchenfussball auf allen Ebenen zu stärken“, sagte die FIFA‑Frauenfussballdirektorin Dame Sarai Bareman. „Gemeinsam können wir noch viel mehr erreichen, um die steigende Zahl von Fussballerinnen zu unterstützen und sicherzustellen, dass ihre Bedürfnisse als Frauen entsprechend berücksichtigt werden.“ Die Module des FIFA‑Projekts für die Gesundheit, das Wohlbefinden und die Leistung von Frauen sind online für alle zugänglich und können über das FIFA Training Centre (FIFA‑Trainingszentrum) abgerufen werden. Die Inhalte sind das Ergebnis einer engen Kooperation mit führenden Experten und wurden mit dem Ziel entwickelt, wissenschaftliche Inhalte zusammenzustellen, aufzubereiten und umzusetzen. Die Module umfassen allgemeine Themen aus den Bereichen Fussball‑ und Spitzensportwissenschaften und behandeln insbesondere Schlaf, Regeneration sowie Kraft- und Konditionstraining; dabei liegt der Fokus auf weiblichen Athletinnen. Frauenspezifische Themengebiete wie Physiologie, Schwangerschaft, Wochenbett und Menopause werden zudem in den Modulen behandelt. Vier separate Niveaustufen – von Einsteigern bis zu Fortgeschrittenen – stellen massgeschneiderte Informationen bereit, die für alle Interessengruppen relevant sein können, von Fachleuten im Sport bis zur breiten Öffentlichkeit. Im Rahmen der Initiative soll nicht nur der Zugang zu notwendigen Wissens- und Bildungsangeboten geschaffen werden, sondern auch Tabus abgebaut, die Sprache normalisiert, soziale Stigmatisierung reduziert, offene Kommunikation gefördert und neue Massstäbe für ein unterstützendes Umfeld gesetzt werden, in dem sich Athletinnen entfalten können. „Wir müssen die Kommunikation zum Thema Frauengesundheit normalisieren und uns darauf einlassen, indem wir das Thema konstruktiv nutzen, statt es zu ignorieren oder davor Angst zu haben“, fügte Bareman hinzu. „Es ist keine Schwäche sondern vielmehr eine Stärke.“ Das FIFA‑Projekt für die Gesundheit, das Wohlbefinden und die Leistung von Frauen umfasst die folgenden 13 Themengebiete, die sich über vier Wissensstufen erstrecken:

  • Weibliche Physiologie

  • Gebärfähiges Alter

  • Menstruationsgesundheit-Tracking

  • Schwangerschaft und Wochenbett

  • Fertilität

  • Menopause

  • Beckengesundheit

  • Ernährung

  • Regeneration

  • Schlaf

  • Kraft- und Konditionstraining

  • Screening und Profilerstellung

  • Verletzungsprävention